Sonia Rossi – Fucking Berlin

Nov 9th, 2008 | By admin | Category: Bücher

„Fucking Berlin“ liegt vor mir, gerade ausgelesen … Im Buch beschreibt Sonia Rossi ihre Jahre als Prostituierte in Berlin, so unprätentiös, mit so wenig Pathetik, mit so ruhigen Worten, fast schon distanziert, dass man ihr all die Dinge glaubt die sie beschreibt und ahnt, dass es da noch Vieles gibt, von dem man gar nicht wissen will, dass es möglich ist … man ahnt aber auch, obwohl dies natürlich kein Thema für die Lokalnachrichten ist, wie eigenartig normal diese Parallelwelt von Massagesalons, Bordellen und Laufhäusern ist. Wie eigenartig normal die Probleme und die Menschen die dort arbeiten – aber auch und grade diejenigen die dort als Kunden ein- und ausgehen.

Fucking Berlin

Fucking Berlin

Sonia Rossi erzählt von Familienvätern, Spießern, von 5min-Jobs, Typen die sie ekeln und mies behandeln – immer aber auch von der eigenen Suche nach Glück und Liebe. Davon, wie schwierig es sein kann, nach einer perfekten Nacht mit dem Geliebten wieder zu „arbeiten“. Von der Panik die sie erfasste, als sie realisierte, dass sie schwanger war. Von der Trauer die sie empfand nachdem sie abgetrieben hatte. Und immer mit einem Ehemann im „Schlepptau“ der außer Kiffen und in Kneipen abhängen nicht viel für das gemeinsame Leben unternahm. Zu mehr als ab und an mal einem Hilfsjob anzunehmen war er nicht in der Lage, und dies genügte nicht um das gemeinsame Leben zu finanzieren – geschweige denn, dass er stark genug gewesen wäre Verantwortung für eine Familie zu übernehmen.

Das Buch hat den Anspruch ein Tatsachenbericht zu ein, wenn dies Alles so wirklich der Wahrheit entspricht, dann kann ich dann nur die Konsequenz bewundern mit der Sonia Rossi ihr Studium durchzieht und zum Schluss auch wirklich in ein neues Leben startet … mit abgeschlossenem Studium, richtigem Job, ohne kiffendem Mann … aber mit einer zweiten Chance, die sie mehr als glücklich macht.

Absolut lesenswert!!!

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